vagabondiamo goes gardasee

Früher habe ich mich immer gefragt: Warum wollen alle an den Gardasee? Was ist da so besonders? Was treibt die Leute an?

Jetzt weiß ich es und kann nur sagen. Ja. Der Gardasee ist toll!

Die Idee über das lange Wochenende am Vatertag an den Gardasee zu fahren kam sehr spontan, ein paar Wochen vorher. Was ist nicht zu weit weg und kann locker mit dem eigenen Auto angefahren werden?  Klar. Der Gardasee. Da müssen wir auch Mal hin.

Drei Nächte. Müsste reichen.

Also sind wir Donnerstag, Christie Himmelfahrt, um 5.15 Uhr Morgens Richtung Fernpass losgefahren. Bis Innsbruck lief auch alles wirklich super, aber dann. Stau Stau Stau. Aus der geplanten 6 bis 7 ist eine 10 bis 11 stündige Fahrt geworden. Die Nerven lagen blank. Kurz wurde der Trip fast bereut. Aber kaum dass man bei Torbole (Turbel) und Riva (Reiff) auf Süd-Tiroler Seite den See erstmals erblickt, sind alle negativen Gedanken verflogen und die Vorfreude auf die kommenden 2 Tage wächst.

Unsere Base, Toscalano Maderno, befindet sich  auf der Westseite, der lombardischen Seite des Lago di Garda. Wir kamen am frühen Abend an und außer einem kleinen Nap und einer Pizza zum Abendessen haben wir an diesem Tag nichts mehr unternommen. 

Nach einem typisch kleinen italienischen Frühstück sind wir zu Fuß los Richtung See. Das Dorf Toscalano, was für dessen Papiermanufakturen bekannt ist, orientiert sich, entgegen vieler anderer kleinen Städtchen in der Region, eher Richtung Hügel, Berge und Wald, und liegt nicht direkt am Wasser. Maderno hingegen hat einen Hafen zu bieten, von dem aus, wir später mit dem Schiff an die Südspitze des Sees gefahren sind.

Aber vorher sind wir von Toscalano aus, entlang des Sees, an schönen Stränden, an gemütlichen Campingplätzen und gut erhaltenen Villen am Lungolago, bis zum genannten Hafen spaziert.

Die Überfahrt von Maderno nach Sirmione hat in etwa 1,5 Stunden gedauert und vom Deck aus konnte man auch die Promenaden und Hauptplätze anderer Städtchen wie Gardone, Saló oder Garda bestaunen und das la dolce vita Feeling bereits spüren.

Sirmione wird ihrem Namen als Perle des Lago di Garda gerecht. Die Altstadt mit den engen Gassen, den wunderschönen Plätzen, den zahlreichen Boutiquen, Restaurants und Eisdielen liegt auf einer Halbinsel am Südufer des Lagos. Vom Land aus erreicht man Sie nur über die Zugbrücke des mittelalterlichen Castello Scaligero.

In einer netten und gut besuchten Trattoria mussten wir einfach Fisch aus dem Lago essen. Sehr sehr lecker und gar nicht so teuer. Ein bisschen in den Gassen suchen lohnt sich.

Den Verdauungsspaziergang haben wir mit der weiteren Erkundung der dreieckigen Insel verbunden. Im Norden der Insel gibt es eine Grotte, die wir aber nicht besucht haben, und an der äußersten Spitze einen kleinen Strand, den Jamaica Beach, mit hipper Bar, was durch junge Leute sehr gut besucht war. Zurück im kleinen Altstadtkern gab’s ein Eis und ein paar Souvenirs wurden auch mitgenommen. 

Mit der letztmöglichen Fähre sind wir zurück nach Maderno gefahren und hatten dort ein sehr leckeres Abendessen im Restaurant La Cucineria, was uns von den Betreiberinnen unserer Unterkunft wärmstens empfohlen wurde.

Am nächsten Tag sind wir mit dem Auto los. Zuersteinmal zum Supermarkt um Wasser und etwas zum Frühstück zu besorgen und dann sind wir etwa eine dreiviertel Stunde Richtung Norden bis kurz vor Limone sul Garda gefahren, um über die atemberaubende, spektakuläre La Strada del Forro nach Tremosine Pieve, etwa 400m über dem See zu fahren.

Also erstes Highlight auf jeden Fall die Straße. Sie ist sehr eng, versehen mit in den Fels geschlagenen Tunnels und bietet eindrucksvolle Ausblicke auf den See. Für den Adrenalinspiegel hat sie auch was zu bieten. Man fährt die ganze Zeit mit der Angst, dass bei der nächsten engen Haarnadelkurve einer der vielen Motorradfahrern in unserer Windschutzscheibe hängt.

Oben in Pieve angekommen haben wir unser Auto abgestellt, in einem kleinen Park unser Panino gegessen und uns auf die kleine 8 Kilometer lange Wanderung durch die Hochebene von Tremosine gemacht. Kurz nach Pieve war unser erster Stop im Hotel Paradiso, der die sogenannte Terrazza del Brivido, Schauderterrasse, beherbergt. Da bekommt man wirklich Gänsehaut wenn man auf der 4x4m großen, auskragenden Stahlbeton-Terrasse, mit dutzenden anderen steht und nach unten schaut. Krass. Da geht es fast 90° runter. Man sieht die Straße die wir gefahren sind eng an den Berg sich hoch schlängeln. Man hat einen Panoramablick über den See und man kann auf Limone und auf Campione sul Garda schauen. Gänsehaut!

OK weiter im Programm. Durch landwirtschaftlich geprägte Ländereien und Flächen sind wir zu Fuß wieder etwas runter gelaufen um dann spâter wieder auf die Hochebene zu kommen. Von Pieve ging es nach Pregasio und über Mezzemma zurück nach Pieve, alles Dörfer des Gemeindeverbandes Tremosine. Unterwegs haben wir Pferde, Esel und Kühe getroffen und uns gefreut, wenn man Mal im Schatten laufen konnte. 

Zurück in Pieve fanden wir eine idyllische Trattoria in einem mittelalterlichen Innenhof . Der argentinische Koch  mit Wurzeln direkt aus Tremosine hat uns erstmal einen Gaumenschmuass serviert  und uns dann seine Familienhistorie erzählt hat. Sehr interessant und unterhaltsam.

Nach dem Mittagessen sind wir wieder ins Auto gestiegen und sind die Abenteuer Strecke wieder hinunter gefahren, was fast noch aufregender war.

Auf unserem Plan Stand der Besuch von Limone sul Garda, was nicht weit von der Strada del Forro war. Parkplatz gesucht und am Lungolago entlangspaziert. Einfach wunderschön. Wie gemalt. Schöner Hafen, schöne Promenade, schöne Plätze mit Blick auf den See und mit Zugang zum Wasser,  enge Gassen und die Limonieren. Der Name muss ja von irgendwo her kommen. Die Westküste und vor allem die Gegend um Limone war früher sehr bekannt für den Anbau von Zitronen und Zitrusfrüchte jeglicher Art.

Wenn man am See entlang fährt sieht man vermehrt Pilaster herumstehen. Diese waren Teil der vielen Gewächshäuser, wo die Früchte kultiviert wurden. Heute werden am Gardasee und in Limone kaum mehr Zitronen angebaut. durch den Tourismus, den Anbau von Oliven und die Konkurrenz im Süden Italiens lohnt es sich nicht mehr. Klar. Als Marke ist die Zitrone in Limone immer noch ganz oben. Man bekommte jegliche Souvinrs aus Zitronen oder in Form von Zitronen.

Nach einem Eis, natürlich Zitrone, ging’s zurück nach Toscalano zum Abendessen und ins Bett.

Eigentlich war der ursprüngliche Plan an unserem Abreisetag einen Abstecher in Verona zu machen. Da aber genau an diesem Sonntag in Verona die letzte Etappe (ein Zeitfahren) vom Giro d’Italia stattfand, haben wir auf Plan B zurückgegriffen.

Dieser lief so. Erstmal Ausschlafen. Koffer packen und los. Einmal komplett gegen den Uhrzeigersinn um den See herum. Beginnend von Toscalano war unser erstes Ziel Saló. Hier sezten wir uns in ein Café an der Promeda, frühstückten gemütlich und beobachteten das Treiben.

Gestärkt ging es weiter, an der Südspitze bei Sirmione vorbei bis nach Peschiera del Garda wo einiges Los war und wo man im Grunde durch ein Nadelöhr musste, um wieder Richtung Norden zu kommen.

Entlang der Ost-Küste war es mit dem Verkehr, zumindest bis Bardolino und Garda. Weiter nördlich von Garda, bei Torri, haben wir erneut gehalten, ein ziemlich erfrischendes bzw. eiskaltes Bad genommen und haben eine leckere Pizza zum Mittag gegessen.

Nach einem Espresso gings wieder weiter. Aufgefallen ist uns, dass die Ostseite viel dichter angesiedelt ist und somit auch scheinbar mehr Touristen unterwegs sind. 

Naja. Schön ist es in jdem Fall. In Torbole oder auch Turbel (Süd-Tirol) verabschiedeten wir uns vom Gardasee mit einem lecker Eis.

Unser Aufenthalt am Gardasee war vom 30.Mai bis 02.Juni 2019


   

 

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