Bahia. Oder Strand, Sonne, Meer, Regen und Kokosnuss!

Da unser Flug erst gegen Mitternacht am Flughafen von Salvador ankam, nahmen wir den Abhol-Service unserer schon zuvor gebuchten Unterkunft an und wurden mit Namensschild etc. empfangen. Das war auch gut so. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nach 22 Uhr nicht mehr und der Flughafen ist auch 35 bis 40 km entfernt.

Da wir schon seit langem keinen Strand mehr gesehen und genossen hatten, war unsere Wahl der Unterkunft auf Barra (ausgesprochen Baha – im brasilianischen Portugiesisch ist das r stumm) gefallen, welches Salvadors liebster und sauberster Stadtstrand ist. Der Pelourinho, Salvadors bekanntes Altstadtviertel in der höheren Stadt, ist von Barra leicht mit dem Bus zu erreichen.

Da bereits an den Iguazu-Wasserfällen das Wetter Spitze und warm war und in Brasilia es sogar noch sonniger (sogar heiß) war, dachten wir, Salvador, was nördlicher und somit näher am Äquator liegt, würde noch besser werden. Sonne, Strand, Wasser. Naja. Wasser schon, aber eben vom Himmel. Zumindest an manchen Tagen. Man darf ja nicht vergessen, dass wir uns aktuell auf der Südhalbkugel mitten im Winter befinden. so betrachtet war es nicht soo schlecht. Von den 4 vollen Tagen die wir in Salvador verbrachten, mussten wir im Endeffekt nur 1,5 im Zimmer verbringen. Die restlichen Tage waren trocken, warm und schön, um an den Strand zu gehen und die Altstadt zu besichtigen.

Jaaaa. Endlich wieder Strand. Der in Barra ist angenehm belebt. Viele Einheimische und aktuell weniger Touristen. Hauptnahrungsmittel der Brasileiros an einem Strandtag ist wohl gegrillter Käse. Eine Mehrzahl von Verkäufern laufen die Strandabschnitte ab und schreien oder singen “Käschuu”. Aber auch Acai ist sehr beliebt. Was uns aber am meisten gefallen hat und wir hier in Brasilien (nach Mittelamerika und Karibik) wiederentdecken durften ist Aqua de Coco. Gekühlte Kokosnüsse gibt es entlang der brasilianischen Küste an jeder Ecke. Spottbillig. Teilweise gerade mal umgerechnet 30 Eurocent. Lecker.

Den zweiten schönen Tag haben wir fürs Sightseeing genutzt. Der Pelourinho mit seinen wunderschönen Gassen und Plätzen war an diesem Wochenende besonders geschmückt. Das São João Fest war der Grund und in der ganzen Stadt traten konkurrierende Trommel-Gruppen auf, welche sowohl Einheimische als auch Touristen zum Mitwippen oder sogar Mittanzen animieren konnten.

Nach einem Kaffe sind wir mit dem  Elevador Lacerda zum Hafen runtergefahren um dort den ebenfalls bekannten Mercado Modelo zu besuchen.

Der letzte volle Tag war wieder leicht ungemütlich um an den Strand zu gehen. Zudem mussten wir uns um die Weiterreise kümmern und uns entsprechend Bustickets am Busbahnhof besorgen.

Wegen der Wetterlage in der ganzen Bahia Region hatten wir unsere Pläne etwas geändern und angepasst. Geplant war eigentlich einen Abstecher auf die Insel Morro do São Paulo in der Bahia Bucht zu unternehmen. Doch schlechtes Wetter auf einer Insel? Also sind wir gleich nach Ilhéus gefahren um Antonio, den wie in Bolivien und Chile kennengelert hatten, zu besuchen. Ilhéus ist zwar auch eine Küstenstadt in Bahia und somit auch nicht verschont gewesen vom teilweise windigem und regnerischen Wetter, aber halt eben keine Insel auf der man unter Umständen sogar auch festsitzen könnte. Nach einer 8-stündige Busfahrt wurden wir von Antonio an der Rodoviaria abgeholt. Er lebt alleine in einer 4 Zimmer Wohnung. So stand uns ein Gästezimmer mit eigenem Bad für unsere Zeit in Ilheus zur Verfügung.

Am ersten Morgen sind wir los in die Stadt um Einkäufe zu tätigen und uns eine brasilianische Sim-Karte zu besorgen, da Antonio kein WiFi besitzt und wir ja mit ihm kommunizieren mussten während er seinen beiden Jobs nachging. Morgens arbeitet er als Mathematiklehrer und nachmittags, abends oder nachts als Fluglotse am Regionalen Flughafen von Ilhéus.

Das mit der SIM-Karte war gar nicht so einfach. Als Brasilianer benötigt man für alles was man kaufen möchte eine sogenannte cpf. Das ist die Steuernummer und wichtiger als Ausweis oder Pass. Da wir so etwas als Touristen natürlich nicht haben und die Einheimischen nichts anderes gewöhnt sind, mussten wir öfters nachfragen und eine Menge rumlaufen. Am Ende hats doch geklappt.

Am Nachmittag waren wir mit Antonio an dessen lieblings Strandabschnitt nur ein paar Minuten von der Wohnung entfernt. Flut und Ebbe sind so extrem, dass aus einem 70m breiten Strand am Nachmittag nur noch ein paar Meter übrig bleiben.

Am Abend hat uns Antonio zu seiner Schicht an Flughafen mitgenommen. Sein Kollege Gabriel hat uns erklärt wie so eine Flugsicherung in der Provinz funktioniert und was die Unterschiede zu den großen Internationalen Airports sind. Ziemlich interessant. Hat so auch noch nicht jeder gesehen.

Die kommenden Tage gestalteten sich so, dass wir morgens, während Antonio in der Schule war, auf uns gestellt waren, ausschliefen, frühstückten und an den Strand gingen. Dann, entweder vor oder  nach einer Flughafen-Schicht verbrachten wir Zeit mit Antonio. An einem Abend waren wir in einer Churrasceria zum Essen. Sowas darf man in Brasilien nicht auslassen. Man kann sich an einem Buffet bedienen und parallel kommen alle drei Minuten die Kellner mit einem anderen Fleischspieß von dem man sich entsprechend herunterschneiden lassen kann. Klar für Vegetarier und Veganer ist dass nix. Ein anders Mal gabs in der Stadt Acaraje. Eine frittierte Kugel bestehend aus Bohnenmehl und Zwiebel. Sehr leckeres Streetfood. Man kann diese mit unterschiedlichen Beilagen bestellen.

An einem Abend lud uns Gabriel und seine Frau Renata zu einen Forró-Abend ein. Forró ist eine brasilianische Musik- und Tanzrichtung. Die Figuren sind ähnlich wie beim Salsa, doch die Musik ist ganz anders. Wir haben es versucht und sind gescheitert. Der Abend war aber trotzdem schön und wir hatten nette Unterhaltungrn mit ein paar Bier und Snacks.

Am Wochenende (wir waren ja fast eine ganze Woche da) hatte Antonio dann frei und wollte uns mehr von der Umgebung zeigen. An einem Tag sind wir zur CEPLAC gefahren, die sich um die Belange der Cacao Bauern in der Umgebung kümmert. Ilhéus ist einst durch Cacao berühmt und wohlhabend geworden. Bei der Führung durch die Organisation wurden uns Testplantagen, Labors und eine Testproduktion von Schokolade gezeigt.

Am Samstag fuhren wir nach Itacaré, der wohl bekanntesten Strand-Siedlung in der Nähe. Naja. Es war 2 Stunden Autofahrt entfernt und fast wieder in Salvador. Glaube dort hätte es uns bestimmt auch für längere Zeit gefallen. Schotterstraßen und mehrere kleine Strände an Buchten, die man zu Fuß erreichen kann.

Allgemein war das Wetter während den Tagen sehr wechselhaft. Im Grunde regnete es irgendwann mal an jedem Tag.

Am Sonntag fuhr uns Antonio an den Busbahnhof. Es war Zeit sich zu bedanken und zu verabschieden. Vor uns stand nun eine 24-stündige Busfahrt.

 

In Salvador und dessen Stadtteil Barra waren wir vom 19. bis 24. Juli  (Tag #310 bis #315) und in Ilhéus beherbergte uns Antonio vom 24. bis 30. Juli  (Tag #315 bis #321)

(Hier gehts zur Übersicht der Route)

 

 

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