Honduras. Oder wie man Neujahr mit Brüllaffen verbringt!

Bevor wir uns einen neuen Stempel, den von Honduras, für unseren Pass abholen konnten, mußten wir etwas schwitzen. Um vom Roundhouse bis nach Ruinas de Copan zu gelangen waren 6 nicht immer bequeme, Fortbewegungsmittel von nöten. Am Hostel wurden wir von der Hoteleigenenen Lancha abgeholt und nach Livingston gefahren (ca. 30 Minuten). Von dort ging die nächste Lancha nach Puerto Barrios (ca. 45 Minuten). Nach einem kurzen Marsch vom Hafen zum Zentrum von Puerto Barrios ging es mit einem Kleinbus (für etwa 3 bis 4 Stunden) weiter Richtung Chiquimula. Genannter Kleinbus war vielleicht für 25 Personen ausgelegt, doch je weiter man fuhr kamen immer mehr Fahrgäste dazu, sodass die dafür vorgesehenen Klappsitze am Gang genutzt wurden und somit die Anzahl der sitzenden Fahrgäste nochmal erhöht wurde. Für uns ungewohnt. Zudem, wie wir finden, etwas unpraktisch. Immer wenn jemand aus den hinteren Reihen aussteigen wollte, mußten alle Gangsitzer aufstehen, Sitze wieder einklappen, kurz aussteigen um dann entsprechend wieder Platz zu nehmen. Natürlich gab es auch stehende Fahrgäste.

Aber dies war gar nichts gegenüber dem nächsten Bus, das vierte Fortbewegungsmittel an diesem Tag. Der Kleinbus, ähnlich wie der zuvor, war noch vollgestopfter. Natürlich gab es auch hier ausklappbare Zusatzsitze, doch wurde eine Reihe anstatt mit 5 Personen mit mindestens 6 besetzt. Teilweise hingen Fahrgäste außen an der Tür. Diese Fahrt ging auch ca. 45 Minuten bevor wir noch mal, mitten im Nirgendwo, umsteigen mußten. Nummer 5. Dieser Bus hat uns dann endlich an  die Grenze gebracht. Mittlerweile war es schon dunkel und bis wir aus Guatemala ausgereist sind und in Honduras eingereist, fuhr kein Bus mehr in die 12 km entfernte Stadt. Dies hat eine „netter“ Grenzarbeiter ausgenutzt und uns für schlappe 20 $ gerfahren. Willkommensgruß auf honduranisch.

Überraschenderweise war und ist Copán Ruinas eine interessante, hübsche, koloniale Kleinstadt direkt an den weltbekannten Mayaruinen von Copán.  Diese haben wir auch am nächsten Tag besucht. Die Pyramiden sind nicht so hoch wie vielleicht die von anderen bekannten Mayastädten, aber dafür umso detailvoller. Stelen und gemeißelte Hieroglyphen sind sehr gut erhalten. Was den Park zusätzlich attraktiv macht, ist die große Population an Macau-Papagaien welche die Besucher des Parks verzaubern. Sie sind Teil eines Projektes zu deren Erhaltung. Nach einer bestimmten Zeit werden die Vögel ins Tal von Copán, deren nätürliche Umgebung, umgesiedelt.

Nach tausender geschossener Fotos sind wir wieder zurück in die Stadt, haben einen Kaffee getrunken und noch etwas im Hotel gechillt.

Am nächsten Morgen ging es einigermaßen früh raus. Wir wollten den 7.00 Uhr Bus nach San Pedro Sula erwischen, von wo aus wir nach Tela fahren wollten. Am Busbahnhof in San Pedro Sula mußten wir fast drei Stunden warten. Die Zeit haben wir genutz um was zu essen. Fast Food. Seit langem mal wieder. Ein kleiner Junge (Edoardo) stand mit uns in der Schlange und hat meine kleine afrikanische Puppe am Tagesrucksack mit großen Augen bestaunt und angeschmachtet. Er hat uns zu sich, seiner Mutter und seiner kleinen Nichte an den Tisch eingeladen. Man hätte gar nicht gedacht dass der kleine schon 12 Jahre alt ist, obwohl er in manchen Situationen sehr erwachsen wirkte. Wie er rumlief und seiner Nichte eine Karussellfahrt spendiert hat. Oder wie er mit seinem Smartphone umging. Ganz beiläufig hat er uns erzählt wie einer seiner größeren Brüder auf der Straße erschossen wurde. Wohl Alltag in den von Gangs terrorisierten Großstädten Honduras. Gerade deshalb habe ich ihm die Puppe geschenkt. Denn wenigtens dafür hatte er kindliche Interessen, die seinem Alter eher entsprachen oder entsprechen sollten.

Nach einer 2 stündigen Fahrt wurden wir an der Bundesstraße bei Tela rausgelassen und sind die ein bis zwei Kilometer zum zuvor gebuchten Hotel gelaufen, der für die nächsten vier Tage und Nächte, über Silvester und Neujahr unser zwischenzeitiges Zuhause wurde. Teilweise haben wir  für das Geld etwas mehr erwartet. Aber das Personal war sehr zuvorkommend und das Zimmer war schön und geräumig und hatte auch ein Balkon zum Strand. Das hauseigene Restaurant haben wir direkt am ersten Abend genutzt.

Der nächste Tag war leider wettermäßig nicht so schön. Somit sind wir nur kurz in die Stadt, die Lage checken und um Klamotten zur Reinigung zu bringen. Den Rest des Tages haben wir mit fernsehen, lesen, blog- und videoarbeit verbracht. Abends sind wir dann in ein angeblichen“Italian Run“ Restaurant um einfach nur Nudeln zu essen. Italienisch war da nichts mehr, aber die Nudeln haben nach einer Wartezeit von über 45 Minuten sehr gut geschmeckt.

Die Noche Veija, also den letzen Tag im Jahr haben wir so ganz anders und sehr gemütlich verbracht, als man denken würde. Nachdem wir am Vormittag etwas rumgetrödelt haben, sind wir am Nachmittag an den Strand und waren etwas spazieren. Am Abend selbst waren wir lecker essen im hauseigenen Restaurant mit anschließendem Verdauungsspaziergang am Strand um die hauptsächlich einheimischen bzw. hondurischen Urlauber bei deren Feierritualen zu beobachten. Auf das neue Jahr haben wir auf unserem Balkon mit einem Bier angestoßen. Happy 2017.

Für den Neujahrstag hatten wir eine Tour zur Punta Sal, einem Naturschutzgebiet, gebucht. Mit der Lancha ging es 45 Minuten nach Nordwesten um erstmal einen kleinen Spaziergang durch einen Mangrowenwald zu unternehmen. Später ging es weiter per Boot zum Schnorcheln und zuguter letzt haben wir halt an einem von Garifuna bewohnten Strand gemacht, wo wir lecker (sehr lecker) gegessen haben und die Atmosphäre genießen konnten. Das Highlight war die Brüllaffen-Familie, welche direkt über unseren Köpfen von Baum zu Baum sprang.

Nach den 4 Tagen in Tela haben wir uns entschlossen Honduras bereits nach einer Woche zu verlassen um früher nach Nicaragua zu kommen. Dafür mussten wir erstmal in die Hauptstadt Tegucigalpa um dann mit einem Ejecutivo-Bus (Direktbus) nach Managua (Hauptstadt von Nicaragua) zu fahren.

Tegucigalpa hat bis dato unseren Sonderpreis für die uninteressanteste und komplizierteste Stadt gewonnen. Die Ankunft des Busses aus Tela war irgendwo. Wir mußten aber zuallererst ein Ticket für die Überfahrt nach Nicaragua besorgen. Ein Taxifahrer hat wohl bei uns das Geschäft seines Lebens gewittert. Wir haben uns zu einem Busunternehmen fahren lassen, welches aber keine verfügbaren Plätze mehr hatte. Also wieder ins Taxi um zu einem anderen Unternehmen zu fahren. Mit den Tickets in der Hand mußten wir dann noch eine Unterkunft finden, da der Bus erst am nächsten morgen um 5 Uhr fuhr. Für diese drei Fahrten wollte der Taxifahrer umgerechnet 36$. Soviel hatten wir nicht mal, so hat er von uns vielleicht maximal 25$ erhalten. Aber damit war er auch zufrieden. Warum wohl. Was noch dazu kam war, dass wir uns für den nächsten morgen auch noch von ihm abholen lassen mußten.

Punkt 5 Uhr fuhr der Bus los. Nach 90 Minuten war die Grenze zu Nicaragua erreicht. Aufenthalt dort ebenfalls 90 Minuten.

Was gibt es über Honduras zu sagen. Naja. Potenzial ist da. Doch machen die Honduraner nicht viel draus. Zudem war es das Land wo wir uns teilweise am unsichersten fühlten.

Unser Aufenthalt in Honduras: Ankunft am 27. Dezember 2016 – Abreise 03. Januar 2017

 

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