IN und UM Medellín. Oder auch Weltstadt und Naturparadies!

Medellín. Die Erste | Wolkenkratzer, Metro und der fast verblasste Schatten der jüngsten Geschichte!

 

Auf Medellin waren wir besonders gespannt. Bis vor einigen Jahren hatte Medellín einen schlechten Ruf. Die Stadt galt in den 80er und 90er Jahren als die gefährlichste der Welt. Drogenbosse, darunter natürlich auch der berühmt berüchtigte Pablo Escobar, Guerrillagruppen von links und rechts und korrupte Politiker haben die Stadt, sowie das ganze Land, in Angst und Schrecken versetzt.

Doch heute ist alles anders. Vor allem in Medellín. Sie ist eine Weltstadt, stolz die dunkle Seite der Geschichte hinter sich gebracht zu haben und in eine bessere Zukunft zu steuern. Für Reisende ist sie ein Muss auf einer Kolumbien Reise.

Aber jetzt mal von vorne. Nach unserem Inlandsflug aus Cartagena sind wir am Internationalen Flughafen bei Rio Negro gelandet. Mit einen Kleinbus sind wir nach Medellín hineingefahren. Nach einem kleinen Mittagessen gings per Taxi zur zuvor gebuchten Airbnb-Unterkunft wo uns die Putzfrau, ein Hund und eine süße Katze in Empfang nahmen. Viel mehr als etwas fürs Abendessen einzukaufen haben wir an diesem Tag auch nicht mehr unternommen.

Ein Grund für den Wandel der Stadt ist mitunter das vorbildhafte Nahverekehrssystem. Es bindet mittels Metro, Bussen und Seilbahnen auch ehemalige Elendsviertel mit ein. Somit fühlen sich die Bewohner dieser ärmeren Stadtteile zur Stadt dazugehörig. Natürlich muss man mit den sogenannten Cable Cars mal gefahren sein. Das Erste was wir gemacht haben war genau das. Mit der Metro sind wir einige Stationen nach Acevedo gefahren um von dort mit der ersten Seilbahn weiter nach Santo Domingo zu fahren und dort dann die nächste zu nehemn, mit Ziel Arvi Park. Die Seilbahn führt einen sozusagen aus der Stadt heraus ins Grüne, wo man mehrere Spazierwege durchlaufen kann.

Am Abend sind wir dann ins Stadion. Ligaspiel von Deportivo Indipendiente Medellin gegen Pasto. Zu diesem Zeitpunkt Erster und Zweiter der kolumbianischen Fussball-Liga. Das Spiel ging 4:1 für die Heimmannschaft aus. Indipendiente ist aktuell immer noch Spitzenreiter.

Da es vor dem Spiel geregnet hatte, haben wir uns leicht erkältet. Daher sind wir am Folgetag, einem Freitag, in unserer Airbnb-Unterkunft geblieben und uns um Blog und Bilder gekümmert.

Da am Samstag noch leicht angeschlagen wussten wir nicht genau was wir machen wollten. Entweder Comuna 13 (Beispielprojekt für Integration und Aufwertung eines Viertels mit schlechtem Ruf – bekannt für die Rolltreppen) oder die Downtown von Medellin. Zufälligerweise haben wir Jillian, Maria und Steff (San Blas Tour und Carneval de Barranquilla) auf dem Parque San Antonia getroffen und entschlossen zu fünft zur Comuna 13 zu fahren. Nach einem gemeinsamen Mittagessen sind wir in die Linie B der Metro gestiegen die uns nach San Javier gebracht hat, wo sich die Comuna 13 befindet. Von der Haltestelle der Metro bis zu den elektrischen Rolltreppen, wegen denen und der dortigen Streetart die Comuna 13 bekannt ist, sind wir zu Fuß gelaufen. In den 80er und 90er war dieser Barrio berüchtigt und unter Kontrolle des Medellin Kartells. Heute können Touristen unbesorgt herumlaufen und die Street Art (Graffiti) bewundern und begutachten und sich ein Bild davon machen, wie solche Projekte die Stadt positiv verändern können. Zufälligerweise haben wir an den Rolltreppen noch Linn (kennengelernt in Nicaragua) wieder getroffen und kurz mit ihr gequatscht.

Am Abend haben wir uns dann wieder mit Jillian, Maria und Steff zum Abendessen im Mercado del Rio, grad 10 Minuten zu Fuß von unserer Unterkunft entfernt, verabredet. Es war ein schöner, entspannter und leckerer Abend.

Am Sonntag hat das Wetter nicht grade zum Draußen verweilen eingeladen. Daher haben wir uns entschieden nochmals die Zeit drinnen zu nutzen. Zu lesen, Fern zu schauen, Blog zu schreiben. Muss halt mal sein nach 6 Monaten auf Reise.

Dafür war dann der Montag vollgepackt und lang. Für den Vormittag hatten wir uns für die Free Walking Tour angemeldet. Sie fing um 09.00 Uhr an und ging bis 13.00 Uhr. Unser Guide Hernán hat uns auf sehr sympatische Weise die Geschichte der Stadt und des Paisa-Landes vermittelt und uns die Downtown gezeigt.

Jeder Bereich der Stadt hat von Hernán einen Gefährlichkeitsgrad (in Sachen Taschendiebstal..) erhalten. Von Papaya 1 bis Papaya 5. Papaya bedeutet in Kolumbien auch Gelegenheit. Beispiel. Hält einer sein Handy mit einer Hand in die Luft um ein Bild zu machen, kann das für einen Dieb eine Aufforderung sein es zu nehmen. Eine Gelegenheit!

Ohne Verluste sind wir nach der Tour nochmal lecker im Mercado del Rio Mittagessen gewesen und haben dann unsere bereits am Morgen fertig gepackten Rucksäcke in der Unterkunft geholt und haben uns wegen Regens mit dem Taxi zum Busterminal fahren lassen.

Erster Aufenthalt in Medellin. Vom 08. bis 13.März 2017    (Tag #177 bis #182)

 


 

Gautapé und El Peñol | Oder auch das alternativste Hostel ever!

 

Die neue Destination war Guatapé, ein buntes Paisa-Dörfchen mitten in einer Lagunen-Landschaft, etwa 2 Stunden von Medellin entfernt. Nach einem Zwischenstopp in Marinilla, wo wir für Mara einen neuen Ebook-Reader abgeholt haben, sind wir erst nach der Dämmerung in Guatapé angekommen. Wie schon erwähnt; Der Tag war lang.

Das zuvor gebuchte Hostel war nicht unbedingt unsere beste Auswahl. Zum einen lag es noch weiter abseits vom Dorf als bei Maps.Me angegeben. Zum anderen war es uns doch zu alternativ. Aber was will man erwarten wenn im Namen „Artists House“ steht. Naja. Das Zimmer war in Ordnung. Nur der Rest nicht so sehr. Da das Hostel so abgeschieden war, waren am Abend wirklich alle Gäste da. Dafür war der Gemeinschaftsbereich und die Küche einfach nicht ausgelegt.

 

Nach einer frischen Nacht – man war die Kühle ja nicht mehr gewohnt – sind wir einigermaßen früh los. Ziel: La Piedra de Peñol. Ein riesiger Felsen mitten in der Lagunen-Landschaft, den man von fast überall aus sehen kann und ihn auch noch besteigen kann. Anstrengende 740 Stufen und man hat den perfekten Rundumblick über die Lagunen. Zurück sind wir die 7km dann gelaufen um die Landschaft besser wahrnehmen zu können.

Nach Erkundung des Dorfes, einem Kaffee und dem Einkauf fürs Abendessen sind wir zurück zur Unterkunft gelaufen. Mit dem Wetter hatten wir Glück. Den kaum angekommen fing es an zu regnen (seit diesem Tag hat es eigentlich jeden Tag irgendwann mehr oder weniger geregnet).

Da wir in Medellín die Pablo Escobar Tour wegen “technischer” Probleme nicht machen konnten, wollten wir unbedingt in der Nähe von Guatapé die Escobar Paintball Tour machen. Die am Vortag gebuchte Tour begann für uns um 8.00 Uhr. Wir mussten erstmal mit dem Bus nach El Peñol fahren, wo wir von den restlichen Teilnehmern an einem Nachbau (Replika – nachdem das ursprüngliche Dorf dem Staudamm weichen mußte) des Altstadtkernes von El Peñol abgeholt wurden.

Mit Jeeps ging es dann zu La Manuela, einer ehemaligen Finca von Pablo Escobar die nach seiner Tochter benannt ist. Heute ist das Grundstück mit dem zerbommten Haupthaus und ebenfalls zerstörtem Gästehaus im Besitz des ehemaligen “Gärtners” von Pablo Escobar. Die ehemalige Bar von Pablo auf dem Anwesen, das noch einzige intakte Gebäude, dient heute als Empfang und Restaurant für das Paintball Ding. Die Teilnehmer (ca. 40 Leute) wurden in 2 Gruppen aufgeteilt. Die Erste, wo wir dabei waren, durfte zuerst spielen, während die anderen eine Tour durch das Anwesen und ihr Mittagessen einnahmen. Die Paintball Schlacht fand in den Ruinen der ehemaligen Gäste- und Sicariohäuser statt. Die Gruppe wurde nochmals in zwei unterteilt, mit Waffen, Schutzweste und -anzug, Helm und Kugeln ausgestattet. Nach kurzer Einweisung gings los.  Rot gegen Blau. Oder Medellin- gegen Cali-Kartell.  Unser Team war hoffnungslos  unterlegen. Lag wohl dara,n dass im anderen Team die meisten in irgend einer Army gedient und bei uns die meisten noch nie eine Waffe in der Hand hatten. Spaß hats trotzdem gemacht. Immerhin haben wir wenigstens das letzte Spiel gewonnen, wo wir das Medellin-Kartell waren und Pablo überleben musste. Naja. Im Grunde hat unser Pablo am Ende alle anderen alleine kalt gemacht, da seine Sicarios, sprich wir, längst ausgeschieden waren. Das Beste war, dass wir glücklicherweise keine blauen Flecken bekommen haben. Lag wohl an unserer Größe. Ich wurde meistens am Helm getroffen – was eigentlich vermieden werden sollte!

Nach vier Spielen waren wir mit der Führung dran und die anderen durften Drogenkrieg spielen. Die andere Gruppe war noch krasser. Die waren schon nach 20 Minuten mit den 4 Spielen fertig. Es waren ja auch alles Israelis, die mindesten 2 Jahre (Frauen) oder 3 Jahre (Männer) dienen müssen.

Nachdem alle gegessen hatten ging es mit Booten über die Lagune nach Guatapé wo für uns nach einem Kaffee im Dorf die Tour zu Ende war. Für die anderen stand noch der Fels mit seinen 740 Stufen auf dem Programm, was wir ja bereits am Tag zuvor gemacht hatten.

Unser Aufenthalt in Guatapé. 13. bis 16.März 2017    (Tag #182 bis #185)

 


 

Medellín. Die Zweite | Oder wie ein Vogel über der Stadt!

 

Wir hatten uns in Guatapé spontan entschlossen doch nochmal drei Übernachtungen in Medellin zu verbringen und nicht gleich weiter zu ziehen. Untergekommen sind wir diesmal in einem gemütlichen Hostel im Poblado, was wir nach Ankunft und Mittagessen erkundet haben.

Ein Grund erneut in Medellin zu verweilen war die Möglichkeit gut und günstig zu Paragliden. Die thermischen Voraussetzungen dazu sind in Medellin mit seinen umgebenden Bergen ideal. Wir hatten gleich bei Wiederankunft in Medellin einen Flug für den kommenden Vormittag gebucht. Nach dem Frühstück sind wir mit der Metro zur Caribe Station gefahren von wo ein Bus zum Paraglide-Aeroclub fuhr. Am Office des Anbieters angekommen mussten wir die üblichen Formulare (ja ich bin in guter gesunder Verfassung; ich bin mir über die Risiken bewusst; Blabla..) ausfüllen und unterschreiben. Nach einem kurzen aber leicht anstrengenden Aufstieg zum Abflug- und Landehügel wurden wir an unsere Paraglide-Tandem-Piloten angeschnallt und nach ein paar Schritten befanden wir uns auch schon in der Luft.

Ein unglaublich aufregendes und bis dahin unbekanntes Gefühl. Am coolsten waren die um uns herumsegelden Vögel. Wir sind ungefähr 600 bis 700m, für 20 Minuten, kreisend über der Abflugfläche, welche sich auf ca. 2.400m befand, gesegelt. Der Blick von dort oben auf die Stadt, etwa 1.000 bis 1.200 m unter uns, war atemberaubend. Zum einen wirkte Medellin von dort oben kleiner, zum anderen aber wiederum noch größer und weiter.

Auf jeden Fall war es ein tolles Erlebnis was wir jedem empfehlen können der mal so eben in Medellin ist. Vielleicht ergibt sich nochmal eine solche Möglichkeit für uns auf dieser Reise oder irgendwo in Europa. Wir haben wohl Blut geleckt.

Zurück in der Stadt und nach einem Mittagessen sind wir in den Botanischen Garten von Medellin. Sehr weitläufig und schön. Leider haben wir keine Faultiere gesehen, die es hier geben soll. Dafür aber Schmetterlinge, Schildkröten und Leguane.

Dass an diesem Freitag St.Patricks Day war (17.März), wussten wir nicht. Steff hat uns kontaktiert und gefragt ob wir Lust hätten mit ihr ein paar Bier zum St.Paddys zu trinken. Klar. Warum nicht. Also sind wir nach dem Essen los und haben sie und einen Bekannten von ihr im Irish Pub im Poblado getroffen. Es ist unglaublich wie viele Iren hier so unterwegs sind.

Am Samstag, unserem letzten Tag in Medellin sind wir nochmal mit einem Cable Car gefahren. Diesmal ein anderes Barrio. Zum Abschluss waren wir dann nochmal im Mercado del Rio lecker Paella essen, bevor wir am nächsten Tag Medellin gen Süden Richtung Salento und Kaffee-Region verlassen würden.

Der Zweite Aufenthalt in Medellin. 16. bis 19. März 2017    (Tag #185 bis #189)

 

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